Öffnungszeiten/Open: Mitte Mai – Mitte Oktober So – Fr 10 –12 Uhr und 13 –17 Uhr (Samstag Ruhetag / Saturday closed)|museum@carantana.at
Ausstellung 2018-04-06T11:04:34+00:00

Erlebnis Frühmittelalter

Sensationelle Funde aus dem Frühmittelalter führten zur Gründung des Museums Carantana in Molzbichl. Der Name geht auf eine Urkunde Karls des Großen zurück, die Kärnten als provincia Carantana bezeichnet. Erleben Sie eine Begegnung mit dem frühen Christentum, staunen Sie über die Kunstfertigkeit der Steinmetzen, begreifen Sie Begräbnissitten, Tod und Ritual, ergründen Sie die Angst vor Wiedergängern und erfahren Sie mehr über Menschen, Land und Herrschaft. Tauchen Sie ein in die Welt des frühen Mittelalters!

Kirche, Kloster, Flechtwerksteine

In der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts stand in Molzbichl das älteste Kloster Kärntens. Von der prunkvollen Innenausstattung der Klosterkirche haben sich zahlreiche Marmorsteine mit Flechtwerkdekor erhalten. Das Museum beherbergt die größte Anzahl dieser prächtigen Steine im Südostalpenraum. Darunter befinden sich Kostbarkeiten mit Inschriften und eine einzigartige figurale Darstellung.

Der Heilige von Molzbichl

In der Pfarrkirche von Molzbichl befindet sich eines der bedeutendsten Zeugnisse des frühen Christentums im Alpenraum. Eine im Altar vermauerte Inschrift überliefert den Diakon Nonnosus und bezeugt dessen lokale Verehrung als Heiligen für das Jahr 533 n. Chr. Die marmorne Inschrift ist die letzte der römischen Antike und die einzige des 6. Jahrhunderts in Österreich.

Leben, Tod und Ritual

Beigaben, Schmuckstücke und Trachtzubehör geben Einblick in die Begräbnissitten der Karantanen vom 8. bis ins 10. Jahrhundert. Emailverzierte Scheibenfibeln, Schläfenringe und mondsichelförmige Ohrgehänge aus Bronze gehörten zum bevorzugten Frauenschmuck, während Männer meist nur mit Gürtel und Messer begraben wurden. Noch von heidnischen Vorstellungen zeugen die einfachen Tongefäße zu Füßen mancher Bestattungen.

Untote und Wiedergänger

Bei Ausgrabungen entdeckte man in Molzbichl eine mitteleuropaweit einzigartige Bestattung. Die verstorbene Person wurde nach ihrem Tod gepfählt. Damit sollte sie im Grab fixiert und eine Rückkehr zu den Lebenden verhindern werden. Ängste vor Wiedergängern und Untoten waren Auslöser für diesen befremdlichen Aberglauben. Auch an anderen Bestattungen in Molzbichl sind Maßnahmen gegen Wiedergänger nachzuweisen.

Spurensuche

Seit 1991 betreibt der Verein „Historisches Molzbichl“ das Museum Carantana. 2015 konnte ein zusätzliches Museumsgebäude errichtet werden, das zusammen mit Kirche und archäologischem Freigelände ein höchst bemerkenswertes Ensemble bildet. Molzbichl verfügt nun über eine adäquate Heimstätte für seine an Bedeutung weit über Kärnten hinausreichenden Funde. Der Ort und sein Museum besitzen Alleinstellungsmerkmal für das Frühmittelalter. Nirgendwo sonst wird Ihnen diese Epoche so spannend und authentisch vermittelt wie hier.