Der heilige Nonnosus von Molzbichl

Bei den Grabungen in der Kirche wurde eine für Österreich einzigartige Inschrift entdeckt. Sie ist im Altar eingemauert und nennt den Diakon Nonnosus von Molzbichl, der als erster bekannter Heiliger Kärntens hier schon im Jahr 533 n. Chr. Verehrung fand. Die Inschrift gilt als Sensation, ist sie doch die einzige des 6. Jahrhunderts und damit die letzte der Austria Romana. Kult und Verehrung des Heiligen überdauerten auch die Zeit heidnischer Slawen. Im 8. Jahrhundert wurde das Grab des hl. Nonnosus zum Mittelpunkt der Klosterkirche und Molzbichl zum Zentrum der Christianisierung. Nach dem Ende des Klosters im 9 oder 10. Jahrhundert kam die Kirche in die Hand des mächtigen Herzogsgeschlechtes der Eppensteiner, die die Gebeine des hl. Nonnosus als wertvolle Reliquie ausgaben. Sein Haupt befindet sich heute in Bamberg, in Freising stieg er zum zweiten Hauptheiligen auf. Auch in Kärnten, ja selbst in Italien lassen sich Reliquien des hl. Nonnosus von Molzbichl nachweisen. Im Gegenzug kamen Überreste des hl. Märtyrers Tiburtius nach Kärnten, dem heute die Pfarrkirche in Molzbichl geweiht ist.

im Altar eingemauerte spätantike Inschrift. Foto D. Sochor
Der Orant stellt wohl den hl. Nonnosus dar ©karrenbrock.de
Foto der Inschrift aus dem Jahr 533
Umzeichnung der Inschrift aus dem Jahr 533, F. Glaser