Grabungen im Pfarrhofgarten

Im Pfarrhofgarten südlich der Kirche wurden die Fundamente eines großen Bauwerks ausgegraben, das als Klostergebäude gedeutet wird. Nach dem Abzug der geistlichen Gemeinschaft im 9./10. Jahrhundert wurde es abgetragen und das Areal als Friedhof genutzt. Die bei den Bestattungen gefundenen Schmuck- und Trachtbestandteile zeugen von den Begräbnissitten der Zeit um 1000. Emailverzierte Scheibenfibeln, Schläfenringe und mondsichelförmige Ohrgehänge aus Bronze gehörten zum bevorzugten Frauenschmuck, während Männer meist nur mit Gürtel und Messer begraben wurden. Waffenbeigaben fehlen ebenso, wie andernorts in Gräbern zu findende Keramikgefäße. Dennoch gibt es auch in Molzbichl Grabfunde, die ins 8. Jahrhundert zurückreichen. Dazu gehören frühe Schläfenringformen und eine Buckelfibel aus Pressblech.

 

Scheibenfibeln aus Molzbichl und St. Peter 10. Jh
Kopfschmuckringe, 9./10. Jh.
Fundamentreste und frühmittelalterliche Bestattung rechts hinten