Die frühmittelalterliche Befestigung auf dem Hochgosch

Die Funktion dieser bemerkenswerten Anlage nordwestlich des Egelsees ist noch nicht restlos geklärt. Sie liegt auf dem Hochgosch, den mit 832 m höchsten Punkt des Seerückens, stammt aus dem Frühmittelalter, fand Eingang in die Sagenwelt des Millstätter Sees und erweckte schon im 19. Jahrhundert das Interesse der Archäologen.

Jüngste Untersuchungen vermitteln die beachtlichen Ausmaße der Anlage, die mit rund 250 Länge, 150 Meter Breite und einer Gesamtfläche von 1,9 Hektar zu den imposantesten in Kärnten gehört. Ein noch heute an machen Stellen deutlich sichtbarer Wall umgab das gesamte Plateau. Seine kreuzweise verlegten Balken bildeten einen mit Lehm und Steinen verfüllten Holzrost. Eine vorgeblendete Trockenmauer schützte den Außenbereich, als oberen Abschluss wird man eine Palisade annehmen dürfen.

Die guten Erhaltungsbedingungen im Boden erlaubten die 14C-Analyse einiger Balkenhölzer. Sie ergab eine Datierung in die zweite Hälfte des 9. Jahrhunderts n. Chr.

 

Hinter dem Egelsee erhebt sich der markante Hochgosch

Im Frühmittelalter wurde auf dem Hochgosch eine Anlage geschaffen, die in Krisenzeiten Rückzugsmöglichkeit und Schutz bieten sollte. Möglicherweise trat der Ernstfall aber nie ein, denn bislang fehlen Hinweise auf Bauten oder Kleinfunde.

Bei den von Axel Huber initiierten und von Prof. Dr. Franz Glaser geleiteten Untersuchungen hat das Grabungsteam des Vereins mit Michael Aichholzer und Dr. Birgit Friedel entscheidend mitgewirkt.

Hochgosch; 06: Schnitt durch den Wall. Foto A. Huber
Grabungsmitarbeiter des Vereins am Hochgosch. Foto A. Huber