Fratresberg - Der Seerücken zwischen Millstätter See und Drautal

Der Egelsee liegt auf einem langgezogenen Bergrücken, der das Drautal vom Millstätter See trennt. Schon 1166 und noch Jahrhunderte danach führte er den Namen Fratresberg und erinnert damit an die fratres (= Brüder) des frühmittelalterlichen Klosters in Molzbichl, die als Besitzer für den Berg namengebend wurden.

Auf dem Seerücken liegen neben dem Egelsee die archäologisch untersuchten Befestigungen Lug ins Land und Hochgosch, ebenso das Schloss Rothenthurn. An Kirchen sind St. Wolfgang und St. Sigmund (heute abgekommen), die Magdalenenkapelle, St. Paul und St. Jakob oberhalb von Ferndorf und die ebenfalls nicht mehr vorhandene Kirche St. Pankratius auf dem Insberg zu nennen. Auf der Wasserscheide verlief über Jahrhunderte die Grenze zwischen dem Stift Millstatt und der Grafschaft Ortenburg. Geleisestraßen und alte Weg dienten dem Transport und der Holznutzung. Die Bauern betrieben Wald-, Feld-, und Weidewirtschaft, selbst Feuchtflächen in unmittelbarer Nähe des Moorsees standen als „Moosweide“ in Verwendung. Manche heute noch bestehende Bauernhöfe sind schon im 13. Jahrhundert urkundlich bezeugt. Am Egelseebach standen Mühlen, von denen einige Mauerreste bei der Magdalenkapelle erhalten geblieben sind. Stollen entlang des Bachbetts zeugen von bergmännischer Aktivität. Man suchte nach Gold, stellte die erfolglosen Schürfversuche aber bald wieder ein.

„Fratresberg“ mit historisch wichtigen Punkten und frühen Höfen. Grafik W. Daborer

In den frühen schriftlichen Quellen trägt der heutige Egelsee noch keinen Namen. Er wird als See (lacum), kleiner See („Seele“), Moos oder als Teich angeführt. Möglicherweise leitet sich die heute verwendete Bezeichnung vom nahe gelegenen Dorf (Groß)egg ab. Durch ein sprachliches Missverständnis könnte aus einem Egg(er)-See der „Egelsee“ geworden sein.