Kloster Molzbichl

Grabungsplan mit Standort der Chorschranke

Auf Initiative von Kurt Karpf und unter der Leitung von Dr. Franz Glaser wurden in Molzbichl von 1985 bis 1988 Ausgrabungen durchgeführt. Dabei gelang es, ein Kloster aus karolingischer Zeit nachzuweisen. Bei den Untersuchungen in der heutigen Pfarrkirche stieß man auf einen frühmittelalterlichen Vorgängerbau, dessen einstige Chorschranke (Trennung zwischen Laien- und Altarbereich) sich nahezu in Kirchenmitte befand. Das vergrößerte Presbyterium weist auf eine geistliche Gemeinschaft hin, die im Ostteil des Gotteshauses mehr Platz als ein einzelner Priester beanspruchte. Damit darf dieser Sakralbau mit seiner bemerkenswerten Größe von 24 x 8 m als Klosterkirche angesprochen werden. Im Pfarrhofgarten fanden sich Reste eines großen Gebäudes, das aufgrund seiner Größe, Ausrichtung und Lage wohl das zugehörige Klostergebäude ist.

Historische Überlegungen und die zahlreichen Flechtwerksteine machen einen karantanischen Adeligen als Klostergründer wahrscheinlich, der unter bairischem Einfluss ein prächtig ausgestattetes Gotteshaus errichten ließ. Molzbichl ist das älteste Kloster Kärntens, das wie Innichen zur Missionierung der Alpenslawen diente.

Neben dem archäologischen Nachweis weisen auch der für Molzbichl synonym verwendete Ortsname Munstiure (=Kloster), sowie die Bezeichnung Fratresberg (Bruderberg) auf das einstige Kloster hin.

Fundamentreste der Klostermauern im Pfarrhofgarten
Die Urkunde um 1063 nennt Molzbichl mit seinem zweiten Namen: Munstiur